Wie sieht eine Behandlung aus?

Rainer Sturm / www.pixelio.de
Rainer Sturm / www.pixelio.de

Die Bipolare Affektive Störung wird in ihren Typen und verschiedenen Krankheitsbildern im Kern in drei Behandlungsformen unterteilt:

  • Akutbehandlung
  • Erhaltungsbehandlung
  • Prophylaxebehandlung

Ein stabiler Stimmungszustand ist dabei Zielsetzung aller Behandlungsformen. Die Vermeidung von Rückfällen in akute Episoden einer ausgeprägten Manie oder schwere Depressions-Episoden gilt es zu verhindern.

Hierbei sind mehrere Säulen der Behandlung hilf- und erfolgreich. Im Kern ist es aber eine Mischung aus Medikation und verschiedenen Therapieformen, je nach individuellem Bedarf, sowie die Aneignung von Wissen (Psychoedukation) zum Störungsbild, die Stärkung des Selbstvertrauens und die Schaffung eines Notfallplanes. Geplant und gleichsam überwacht durch Angehörige, Betroffene (Selbsthilfegruppen) und mit Hilfe von Profis (Psychiater*innen, Therapeut*innen, …) hat sich in der Praxis bewährt.

Für eine erfolgreiche Behandlung steht am Anfang einen Arzt/eine Ärztin des Vertrauens zu finden, sowie die passende Betreuung durch eine*n Psychotherapeuten/Psychotherapeutin. Es gilt bei absoluter Vertrauensbasis die richtigen Medikamente/Medikamentenkombination und die geeigneten Therapieformen herauszufinden. Da jeder Mensch anders ist, muss hier auch immer individuell und je nach Symptomatik und körperlicher und geistiger Verfassung vorgegangen und gegebenenfalls nachjustiert werden. Teilweise des Öfteren. Beispielsweise, weil ein Medikament nicht vertragen wird. Die Nebenwirkungen können zum Teil enorm sein. Manche Medikamente haben je nach Patient auch gegensätzliche Auswirkungen. Oftmals muss man auch erst eine Zeit lang beobachten. Für die Stimmungsstabilisierer können beispielsweise schon mal zwei Wochen bis zum Wirksamwerden vergehen. 3 Wochen können bei Antidepressiva vergehen.

Bisher können Bipolare Affektive Störungen nicht geheilt werden, aber sie können so behandelt werden, dass ein weitestgehend symptomfreies Leben möglich ist. Bei regelmäßiger Einnahme der individuell angepassten (Prophylaxe-)Medikamente ist aber in jedem Fall das Abfangen großer Ausschläge in Richtung Manie oder in die Depression die Regel. Sprich, ein normales Leben ist dann bereits drin. Schafft man es dann noch im Lebensstil auf einige Dinge zu achten, wie beispielsweise gesunder Schlaf, keine Einnahme von Drogen und wenig Alkohol und Koffein, dann steht einem ein erfülltes Leben offen.

Sollte eine Behandlung keinen Erfolg haben, dann kann man sich eine Zweitmeinung bei einem anderen Arzt/einer anderen Ärztin einholen.

Folgendes Schaubild gibt einen Überblick darüber, wo die einzelnen Behandlungspunkte ansetzen.


Blog-Artikel rund um das Thema Behandlung und Behandlungsformen findest Du hier:
https://stimmungsjo-jo.de/category/behandlung


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Über Flo 76 Artikel
Flo ist gebürtiger Münchner und nach wie vor in der Isarmetropole "dahoam". Mit 38 Jahren wurde bei ihm die Diagnose "Bipolare Affektive Störung" gestellt. Als "manisch-depressiver" hat er in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Episoden erlebt, konnte diese jedoch undiagnostiziert und in Unwissenheit der verschiedenen Symptome zum Störungsbild bis zum Tag der "Entdeckung" nie wirklich einer Krankheit zuordnen. Komische Verhaltensweisen konnte er sich daher nicht erklären und verdrängte diese. Der Ahnung, dass was nicht stimmen könnte, wich er im Alltag wegen dieser Unwissenheit somit stets aus. Und so blieb lange Zeit unentdeckt, was längst entdeckt hätte werden sollen. Heute ist Flo in Behandlung und er hat damit die Chance auf ein episoden- und damit symptomfreies Leben. Er ist nicht nur Betroffener, sondern auch Angehöriger. Mehrere Familienmitglieder sind von bipolarer Affektiver Störung betroffen. Die Erfahrungen und das Wissen das er nun im Umgang mit der Krankheit und im Austausch mit anderen Betroffenen erwirbt und erworben hat teilt er nun in diesem Blog. Damit das Wissen um diese Störung in unserer Gesellschaft mehr Zuspruch finden kann. Für die Entstigmatisierung von Betroffenen. Und es soll anderen helfen sich schneller zurecht zu finden. Betroffenen und Angehörigen. Denn je umfangreicher ein Wissen um Bipolare Affektive Störung jeweils ist, desto besser kann gegen Störungsepisoden angegangen bzw. diesen vorgebeugt werden. Von Betroffenen und auch von Angehörigen.

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