Was ist Bipolare Affektive Störung?

Bild: Dörthe Huth / www.pixelio.de

Eine Bipolare Affektive Störung (BAS), auch als manisch-depressive Erkrankung bekannt, ist eine Erkrankung des Gehirns, die ungewöhnliche Verschiebungen der Stimmung, des Antriebes, des Aktivitätsniveaus und der Fähigkeit zur Durchführung von Alltagsaufgaben verursacht.

Die Stimmung eines Menschen kann dabei zwischen den Polen Manie (Hochstimmung) und Depression (Niedergeschlagenheit) schwanken. Die Stimmungsänderungen erstrecken sich dabei über Stunden, Tage, Wochen oder gar Monate. Während der beiden Pole äußert sich die Störung in sogenannten Symptomen, die je nach Stimmungspol unterschiedlich sein können. Zwischen den Episoden mit den beiden Polen können auch normale Phasen stattfinden. Auch gemischte Episoden können auftreten. Symptome treten dabei lediglich in den Krankheitsepisoden auf.

Was Bipolare Affektive Störung nicht ist

Bipolare Affektive Störung ist keine Charakterschwäche oder Persönlichkeitsstörung.

Wer ist von Bipolarer Affektiver Störung betroffen?

Bipolare Affektive Störung kann jeden von uns treffen. In der Bundesrepublik sind schätzungsweise mehr als 2 Millionen Menschen betroffen. Sie beginnt in der Regel in der Endphase der Jugend, also im Teenageralter, kann aber auch schon in der Kindheit oder später im Leben ausbrechen.

Frauen und Männer sind von Bipolarer Affektiver Störung gleichermaßen betroffen. Bei Frauen beginnt sie eher mit einer depressiven Episode, Männer hingegen sind zuerst mit einer Manie betroffen. Bipolare Affektive Störung tritt in allen Altersgruppen, Ethnien und sozialen Schichten auf.

Die Störung hat eine starke genetische Komponente und tritt daher oftmals in Familien mit genetischer Vorbelastung auf. Wie bei Depressionen oder anderen schweren Erkrankungen können durch Bipolare Affektive Störung auch Familienangehörige, Freund*innen und Kolleg*innen durch die Verhaltensweisen (Symptome) während Krankheitsepisoden negativ betroffen sein.

Es gibt vier Grundtypen/Kategorisierungen der bipolaren Störung. Bei allen handelt es sich um deutliche Veränderungen in Stimmung, Antrieb und Aktivitätsniveau. Diese Stimmungen reichen von Episoden extrem „aufwärts“, hochgestuftem und energiegeladenem Verhalten (als manische Episoden bekannt) bis zu sehr traurigen, „heruntergefahrenen“ oder hoffnungslosen Perioden (als depressive Episoden bezeichnet). Weniger schwere manische Perioden werden als hypomanische Episoden bezeichnet.

  • Bipolar I-Störung –definiert durch manische Episoden, die mindestens 7 Tage andauern, oder durch manische Symptome, die so schwerwiegend sind, dass die Person eine sofortige Krankenhausbehandlung benötigt. In der Regel treten auch depressive Episoden auf, die typischerweise mindestens 2 Wochen andauern. Es sind auch Depressionen mit gemischten Merkmalen (gleichzeitig Depression und manische Symptome) möglich.
  • Bipolar II-Störung –definiert durch ein Muster von depressiven Episoden und hypomanischen Episoden, nicht jedoch die oben beschriebenen manischen Episoden.
  • Zyklothymische Störung (auch Zyklothymie genannt) – definiert durch zahlreiche Perioden hypomanischer Symptome sowie zahlreiche Perioden depressiver Symptome, die mindestens 2 Jahre andauern (1 Jahr bei Kindern und Jugendlichen). Die Symptome erfüllen jedoch nicht die diagnostischen Anforderungen für eine hypomanische Episode und eine depressive Episode.
  • Andere festgelegte und nicht spezifizierte bipolare und verwandte Störungen –definiert durch Symptome der bipolaren Störung, die nicht den drei oben aufgeführten Kategorien entsprechen.


Zur Übersicht der Symptome: Was sind die Symptome? 


Der ICD-10-Code der WHO dient der Klassifikation und Einordnung von Krankheiten und Medikamenten in zusammengehörige Diagnosegebieten. Im Mai 2019 soll der Nachfolger ICD-11 beschlossen werden, er soll ab 2022 in Kraft treten.


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Über Flo 76 Artikel
Flo ist gebürtiger Münchner und nach wie vor in der Isarmetropole "dahoam". Mit 38 Jahren wurde bei ihm die Diagnose "Bipolare Affektive Störung" gestellt. Als "manisch-depressiver" hat er in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Episoden erlebt, konnte diese jedoch undiagnostiziert und in Unwissenheit der verschiedenen Symptome zum Störungsbild bis zum Tag der "Entdeckung" nie wirklich einer Krankheit zuordnen. Komische Verhaltensweisen konnte er sich daher nicht erklären und verdrängte diese. Der Ahnung, dass was nicht stimmen könnte, wich er im Alltag wegen dieser Unwissenheit somit stets aus. Und so blieb lange Zeit unentdeckt, was längst entdeckt hätte werden sollen. Heute ist Flo in Behandlung und er hat damit die Chance auf ein episoden- und damit symptomfreies Leben. Er ist nicht nur Betroffener, sondern auch Angehöriger. Mehrere Familienmitglieder sind von bipolarer Affektiver Störung betroffen. Die Erfahrungen und das Wissen das er nun im Umgang mit der Krankheit und im Austausch mit anderen Betroffenen erwirbt und erworben hat teilt er nun in diesem Blog. Damit das Wissen um diese Störung in unserer Gesellschaft mehr Zuspruch finden kann. Für die Entstigmatisierung von Betroffenen. Und es soll anderen helfen sich schneller zurecht zu finden. Betroffenen und Angehörigen. Denn je umfangreicher ein Wissen um Bipolare Affektive Störung jeweils ist, desto besser kann gegen Störungsepisoden angegangen bzw. diesen vorgebeugt werden. Von Betroffenen und auch von Angehörigen.

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