Stimmungsstabilisierer – kurz und knapp

In der Regel werden Stimmungsstabilisierer (Rezidiv- oder Phasenprophylaktika, Mood Stabilizer) bei Bipolarer Affektiver Störung als Langzeitmedikation eingesetzt. Ebenso kommen sie zum Einsatz bei manischen Erkrankungen, schizzoaffektven Störungen (Symptome der Schizophrenie und der Bipolaren Affektiven Störung), sowie bei schweren Depressionen (unipolare Störungen). Ihre Aufgabe ist es neuen Krankheitsphasen vorzubeugen, bzw. Rückfälle bestenfalls ganz zu verhindern. Deswegen nennt man sie auch Rezidiv- oder Phasenprophylaktika. Sie sind ein wichtiger Bestandteil in der Behandlung von Betroffenen. Stimmungsstabilisierer wirken wie andere Psychopharmaka an der Synapse zwischen den Nervenzellen. Sie wirken bei depressiven und manischen Phasen stimmungsausgleichend. Hierbei haben sie Auswirkungen auf die Natrium-, Kalium- und Calciumkanäle in den Nervenzellen. Die gebräuchlichsten Substanzen sind Lithium, sowie verschiedene Antikonvulsiva, z.B. Carbamazepin, Lamotrigin und Valproinsäure (Valproat). Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie zugelassen wurden. Da Stimmungsstabilisierer nicht in allen Fällen gleichsam hinreichend für die Behandlung akuter Symptome geeignet sind, werden sie in der Akutsituation oft zusammen mit anderen Medikamenten verschrieben (z. B. Antidepressiva oder Neuroleptika). In den Fällen, in denen Stimmungsstabilisierer bei der Pharmakotherapie alleine ausreichend sind, spricht man von einer Monotherapie (griechisch: monos= nur, allein).

Durch den Einsatz in der sogenannten Psychopharmakotherapie als Teil eines Behandlungsplans, gepaart mit Psychotherapie und psychoszialen Interventionen (Soziotherapie) sind letztere in den meisten Fällen überhaupt erst möglich, da die Psychopharmakotherapie erst die Basis hierfür schafft.

Warnhinweis:
Medikamente immer nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt/ der behandelnden Ärztin nehmen. Auch die Dosis sollte engmaschig begleitet werden. Menschen reagieren mitunter genauso individuell, so wie sie selbst sind, auf ein und das selbe Medikament unterschiedlich.

Stimmungsstabilisierer gehören zur Gruppe der:

Psychopharmaka – Medikamente zur Linderung psychischen Leids

Definition: Unter Psychopharmaka versteht man Substanzen, die sich auf die Steuerung von Prozessen im zentralen Nervensystem auswirken und so einen Einfluss auf verschiedene psychische Funktionen haben. Psychopharmaka beeinflussen den Stoffwechsel der so genannten Neurotransmitter im Gehirn. Neurotransmitter sind Botenstoffe, die es möglich machen, an chemischen Synapsen Informationen von einer Nervenzelle an eine andere weiterzugeben. Die meisten Substanzen werden zur Behandlung psychischer Erkrankungen eingesetzt, manche kommen aber auch in anderen Bereichen zur Anwendung, zum Beispiel in der Schmerztherapie oder in der Anästhesie.


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Über Flo 76 Artikel
Flo ist gebürtiger Münchner und nach wie vor in der Isarmetropole "dahoam". Mit 38 Jahren wurde bei ihm die Diagnose "Bipolare Affektive Störung" gestellt. Als "manisch-depressiver" hat er in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Episoden erlebt, konnte diese jedoch undiagnostiziert und in Unwissenheit der verschiedenen Symptome zum Störungsbild bis zum Tag der "Entdeckung" nie wirklich einer Krankheit zuordnen. Komische Verhaltensweisen konnte er sich daher nicht erklären und verdrängte diese. Der Ahnung, dass was nicht stimmen könnte, wich er im Alltag wegen dieser Unwissenheit somit stets aus. Und so blieb lange Zeit unentdeckt, was längst entdeckt hätte werden sollen. Heute ist Flo in Behandlung und er hat damit die Chance auf ein episoden- und damit symptomfreies Leben. Er ist nicht nur Betroffener, sondern auch Angehöriger. Mehrere Familienmitglieder sind von bipolarer Affektiver Störung betroffen. Die Erfahrungen und das Wissen das er nun im Umgang mit der Krankheit und im Austausch mit anderen Betroffenen erwirbt und erworben hat teilt er nun in diesem Blog. Damit das Wissen um diese Störung in unserer Gesellschaft mehr Zuspruch finden kann. Für die Entstigmatisierung von Betroffenen. Und es soll anderen helfen sich schneller zurecht zu finden. Betroffenen und Angehörigen. Denn je umfangreicher ein Wissen um Bipolare Affektive Störung jeweils ist, desto besser kann gegen Störungsepisoden angegangen bzw. diesen vorgebeugt werden. Von Betroffenen und auch von Angehörigen.

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