Promi vorgestellt: Kurt Cobain

Vor 25 Jahren, am 05. April 1994, beging Kurt Cobain, Frontmann und Sänger der Rock-Gruppe Nirvana, im Alter von 27 Jahren Selbstmord. Cobain litt seiner Cousine Bev Cobain (examinierte Krankenschwester) zu Folge an einer Bipolaren Störung. Er war Zeit seines Lebens überwiegend depressiv. In seiner Jugend wurde ihm ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom diagnostiziert. Diese Diagnose wird Betroffenen bipolarer Störungsbilder fälschlicherweise häufiger im Jugendalter gestellt, da sich die Symptome in dem Lebensabschnitt ähneln. Laut Cousine Bev wurde ihm damals auch eine bipolare Erkrankung bescheinigt, er lies sich laut dieser deswegen jedoch nicht behandeln. Wegen seiner komorbiden Drogensucht hatte er zusätzliche andere psychische Schwierigkeiten, wie Psychosen und Halluzinationen. In Cobains Familie gab es zuvor bereits Suizide, eine Vulnerabilität war ihm daher bereits in  die Wiege gelegt worden.  

Seit seiner Jugend sprach Cobain permanent über Suizid. „Ich hasse mich und möchte sterben“, war Cobains persönliches Mantra – er wiederholte es ständig in Gesprächen, in zahlreichen Interviews und wollte diesen Satz sogar als Albumtitel verwenden. Einer seiner bekanntesten Songs trägt den Titel „Lithium“ und handelt vom gleichnamigen Medikament. Dieses wird zumeist als „Goldstandard“ für die Phasenprophylaxe als Grundmedikament zur Stimmungsstabilisierung an Menschen mit bipolarer Störung in der Pharmakotherapie zur Behandlung verwendet.
Cobain galt in seinem Umfeld oftmals als träge und faul, das war den überwiegend depressiven Episoden geschuldet. Es wird jedoch von selbigem auch bestätigt, dass er in Zeiten der Produktion unheimlich engagiert und motiviert im Studio zu Werke ging. Auf der Bühne war seine legendäre Energie für Jede*n sichtbar. Er hatte auch Talent beim Malen und Zeichnen und erstellte auch Comics. So zeigte er reichlich Kreativität und legte teilweise bemerkenswerte Energie an den Tag. Die manischen Zeiten. Er soll in diesen auch die Symptome Gereiztheit und Ungeduld aufgezeigt haben. So konnte er schon mal Menschen zusammenfalten, die nach seinem Denken gegen ihn agierten oder ihm Unrecht antaten. Ebenso wütete er oft in Hotelzimmern und schmiss Dinge durch die Gegend.
Seine Depressionen brachten ihn schließlich vor 25 Jahren dazu sich das Leben zu nehmen. Er hinterließ neben seiner Frau Courtney Love und einem Kind Millionen Fans weltweit sowie zahlreiche Songs. Diese dienen auch heute noch vielen Menschen in emotionalen Momenten als Trostspender.
Geboren wurde „Kurt Donald Cobain“ am 20. Februar 1967 in den Vereinigten Staaten, Aberdeen, Washington. Am 05. April 1994 nahm er sich in Seattle, Washington das Leben. In seinem Abschiedsbrief schrieb er als letzte Worte den Satz: “It’s better to burn out than to fade away.” („Es ist besser auszubrennen, als zu verblassen.“)

Quellen:


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Über Flo 92 Artikel
Flo ist gebürtiger Münchner und nach wie vor in der Isarmetropole "dahoam". Mit 38 Jahren wurde bei ihm die Diagnose "Bipolare Affektive Störung" gestellt. Als "manisch-depressiver" hat er in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Episoden erlebt, konnte diese jedoch undiagnostiziert und in Unwissenheit der verschiedenen Symptome zum Störungsbild bis zum Tag der "Entdeckung" nie wirklich einer Krankheit zuordnen. Komische Verhaltensweisen konnte er sich daher nicht erklären und verdrängte diese. Der Ahnung, dass was nicht stimmen könnte, wich er im Alltag wegen dieser Unwissenheit somit stets aus. Und so blieb lange Zeit unentdeckt, was längst entdeckt hätte werden sollen. Heute ist Flo in Behandlung und er hat damit die Chance auf ein episoden- und damit symptomfreies Leben. Er ist nicht nur Betroffener, sondern auch Angehöriger. Mehrere Familienmitglieder sind von bipolarer Affektiver Störung betroffen. Die Erfahrungen und das Wissen das er nun im Umgang mit der Krankheit und im Austausch mit anderen Betroffenen erwirbt und erworben hat teilt er nun in diesem Blog. Damit das Wissen um diese Störung in unserer Gesellschaft mehr Zuspruch finden kann. Für die Entstigmatisierung von Betroffenen. Und es soll anderen helfen sich schneller zurecht zu finden. Betroffenen und Angehörigen. Denn je umfangreicher ein Wissen um Bipolare Affektive Störung jeweils ist, desto besser kann gegen Störungsepisoden angegangen bzw. diesen vorgebeugt werden. Von Betroffenen und auch von Angehörigen.

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