Jubiläum! 25 Jahre bipolar!

Dieses Jahr feiere ich mein 25-jähriges Jubiläum: 1994 habe ich die Diagnose „manisch-depressiv“ bekommen. Meine damalige Mitbewohnerin brachte mich in die Uniklinik, weil ich wochenlang antriebslos am Fenster stand. Das alte Gebäude, die Ärzte in ihren weißen Kitteln und der Schlafentzug als Behandlungsmethode haben bei mir einen nachhaltig schlechten Eindruck hinterlassen.

Es folgten mehrere Episoden, manische Phasen, in denen ich z.B. exzessiv Billiard spielte und depressive Zeiten, in denen der Fernseher 24 Stunden lief, ohne dass ich verstand, was sich dort abspielte. Und damit Aufenthalte in verschiedenen Kliniken.

Dann bekam ich meine beiden Kinder und es folgten 10 episodenfreie Jahre. Alleinerziehend kümmern um die Kinder, Arbeit, das Ganze ohne Medikamente. Allerdings legte ich mir dabei eine harte Schale zu.

Nach diesen 10 Jahren lernte ich meinen jetzigen Lebenspartner kennen. Meine Schale brach auf, ich wurde wieder weicher und damit verletzlicher und anfälliger. Wieder eine Depression, was für eine Enttäuschung.

Darauf folgten abwechselnd alle 2 Jahre Tiefphasen, mein Sohn war genervt, meine Tochter versuchte alles zu managen. Das schlechte Gewissen unterstützte die Depressionen, die Depression nährte die Hypomanien.

Ich entschloss mich zum 6-wöchigen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik, von dem ich enorm profitierte. Noch heute lese ich z. B. täglich in einem Buch mit dem Titel „Kraft zum Loslassen“, das ich dort kennenlernte. Dazu Achtsamkeit, (Kunst)-Therapie, SH-Gruppe, diese Mischung lässt mich heute, nach 25 Jahren verstehen, warum ich so bin, wie ich bin und dass es gut so ist.

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