Buchtipp: „Lieber Matz, Dein Papa hat ’ne Meise!“ (Sebastian Schlösser)

Ein Vater schreibt Briefe über seine Zeit in der Psychiatrie

Mit der Diagnose „manisch-depressiv“ landet Sebastian Schlösser in der Psychiatrie. In seinem Buch erzählt er seinem achtjährigem Sohn, was die Krankheit mit ihm gemacht hat – mutig, anrührend und liebevoll.

Ein Buch mit Tiefgang. Es beschreibt die Gefühle von Sebastian Schlösser.

Auszug aus einem der Briefe:

„Mein lieber Matz,
lange nicht geschrieben. Brauchte ich auch nicht, denn Deine Mutter hat mir glücklicherweise Asyl gewährt. Ein Bleiberecht für den Fremdgewordenen. Inzwischen haben wir uns auch wieder von der Entfremdung entfremdet. Gott sei Dank. Das heißt, der Alltag hat wieder etwas Unbeschwertes. Jeden Tag feiern, als ob es ein Sonntag wäre. Wir können uns auch wieder in die Augen sehen, ohne zu erschrecken. Den anderen sehen, so wie er ist. Ich glaube nicht, dass das ohne Dich möglich gewesen wäre. Ohne die Liebe zu Dir, so unmittelbar und bedingungslos, dass sie eine Verpflichtung für uns ist. Wir sind verpflichtet uns Mühe zu geben. Für Dich. Damit meine ich nicht, dass wir uns eine kleine Familie zurechtgelogen haben. Nein, ganz und gar nicht. Wir haben daran gearbeitet. Dafür gekämpft. Unsere Verletzungen hinten angestellt. Deine Mami sicher mehr als ich. (…)“

  • „Lieber Matz, Dein Papa hat ’ne Meise!“ (Sebastian Schlösser),
    Ullstein Buchverlag, Taschenbuch, 238 Seiten, ISBN-978-3-548-37471-0, UVP: € 9,99
  • Das Buch ist auch als Hörbuch erhältlich.

Cordula Stratmann: >> Sebastian Schlösser hat sich seiner Krankheit gestellt und damit seinem Sohn den Vater erhalten.<<



Interview auf SWR 1 mit dem Buchauthor Sebastian Schlösser:

Interview auf Zeit-Online: https://www.zeit.de/2011/38/Sebastian-Schloessers-Frau


Wenn Dir www.Stimmungsjo-jo.de gefällt, dann unterstütze uns! Jeder Euro hilft.


Über Flo 77 Artikel
Flo ist gebürtiger Münchner und nach wie vor in der Isarmetropole "dahoam". Mit 38 Jahren wurde bei ihm die Diagnose "Bipolare Affektive Störung" gestellt. Als "manisch-depressiver" hat er in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Episoden erlebt, konnte diese jedoch undiagnostiziert und in Unwissenheit der verschiedenen Symptome zum Störungsbild bis zum Tag der "Entdeckung" nie wirklich einer Krankheit zuordnen. Komische Verhaltensweisen konnte er sich daher nicht erklären und verdrängte diese. Der Ahnung, dass was nicht stimmen könnte, wich er im Alltag wegen dieser Unwissenheit somit stets aus. Und so blieb lange Zeit unentdeckt, was längst entdeckt hätte werden sollen. Heute ist Flo in Behandlung und er hat damit die Chance auf ein episoden- und damit symptomfreies Leben. Er ist nicht nur Betroffener, sondern auch Angehöriger. Mehrere Familienmitglieder sind von bipolarer Affektiver Störung betroffen. Die Erfahrungen und das Wissen das er nun im Umgang mit der Krankheit und im Austausch mit anderen Betroffenen erwirbt und erworben hat teilt er nun in diesem Blog. Damit das Wissen um diese Störung in unserer Gesellschaft mehr Zuspruch finden kann. Für die Entstigmatisierung von Betroffenen. Und es soll anderen helfen sich schneller zurecht zu finden. Betroffenen und Angehörigen. Denn je umfangreicher ein Wissen um Bipolare Affektive Störung jeweils ist, desto besser kann gegen Störungsepisoden angegangen bzw. diesen vorgebeugt werden. Von Betroffenen und auch von Angehörigen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*