7 Therapie-Tipps.

Eine Therapie dient dazu, dass Du Dich selbst reflektieren kannst, Deine Lebenserfahrungen und Deine Verhaltensweisen. Darauf aufbauend helfen die gewonnenen Erkenntnisse dabei Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die werden Dir gegenüber gerecht, denn sie sind damit speziell auf Dich zugeschnitten. Je nach Therapieart braucht es einen angemessenen Zeitrahmen. Es ist oft schwer bei Therapiesitzungen alles unterzubringen, was Dir auf der Seele brennt. Das kann zu Unzufriedenheit führen, bis hin zum Therapie-Abbruch.

Darauf zu schauen, wie Du die Therapiesitzungen optimal nutzen kannst, ist deswegen zumindest einen Blick wert. 7 Möglichkeiten, wie Du mit den wertvollen Zeitressourcen so umgehen kannst, dass mehr Raum für Deine Anliegen während den Sessions ist, haben wir nachfolgend für Dich zusammengestellt.

#1. Das erste Mal
Im Wesentlichen geht es bei der ersten Session um ein Kennenlernen. Zum Einen hast Du die Möglichkeit festzustellen, ob der Therapeut/die Therapeutin zu Dir passt. Für den Therapeuten/die Therapeutin ist es fast genauso. Sie/Er muss jedoch auch einen groben Überblick zu den Themenbereichen bekommen, die für Dich relevant sind. Deswegen werden viele Fragen gestellt. Die zielen darauf ab, dass der Therapeut Deinen Zustand, und die Auswirkungen der Symptome auf Dein Leben einschätzen kann. Je ehrlicher und genauer Du berichtest, desto schneller kann sich die Therapeutin/der Therapeut ein Gesamtbild machen. Der Therapeut fragt Dich auch, was Du für eine Therapie suchst, was Du Dir davon erhoffst. Diese Erwartungshalungsabfrage dient dazu, dass die Therapeutin/der Therapeut die geeignete Therapieform für Dich finden kann und einschätzen kann, was Dir am Besten hilft. Umgekehrt solltest Du die/den Therapeuten fragen, was sie/er sich von Dir erhofft. So können die gegenseitigen Erwartungshaltungen für eine optimale Therapiegrundlage geklärt werden.

Auf folgende Themen solltest Du vorbereitet sein, bzw. die Informationen dazu für die Bestandsaufnahme (Anamnese) mitbringen:

  • Grund/Anlass der Therapie – Erwartungshaltungsabfrage
  • Beschreibung aktueller Symptome und Symptome vergangener Episoden (Du solltest die Auswirkungen bei den Stimmungsbilder beschreiben können, frage hierzu auch nahe stehende Angehörige im Vorfeld)
  • Deine individuelle Krankengeschichte, wie Krankenhausaufenthalte und ambulante Behandlungen/Therapien
  • Psychische Erkrankungen Deiner Eltern, Großeltern und Geschwister
  • Abfrage der verschriebenen Medikamente
  • Abfrage körperlicher Beschwerden

#2. Vorbereitung zu jeder Therapiesitzung
Um Zeitressourcen mit langen Überlegungspausen zu sparen ist es gut, wenn Du Dich vor jeder Sitzung vorbereitest. Außerdem solltest Du rechtzeitig und ausgeruht – ohne vorheriges Abhetzen – pünktlich zum Termin erscheinen. Entspannt und im Kopf geistig auf die Therapiesitzung eingestellt. Es versteht sich von selbst, dass Du dazu auch nüchtern und ohne Einfluss von Drogen und Alkohol erscheinst. Denn wenn Du durch den Wind bist, dann fällt eine Behandlung schwer

#3. Gesprächsbereitschaft und Ehrlichkeit
Die Therapeutin/ der Therapeut kann Dir nur helfen, wenn sie/er Dir aktiv zuhört. Dazu ist es auch notwendig, dass Du Dich in einer Therapiesitzung ehrlich einbringst – offen sprichst zu Deinen Gefühlen und zu dem, was bei Dir im Kopf vorgeht. Habe dabei keine Scham. Denn Du hast den Anspruch, dass Deine Probleme gelöst werden. Dies kann nur passieren, wenn die auch ehrlich benannt werden. Wenn ich beispielsweise verschweige, dass ich nachts einnässe, weil es mir möglicherweise peinlich ist, dann kann die Person die mir helfen will das nicht wissen. Sie kann dann nicht nach Lösungen für mich suchen. Deswegen: Keine falsche Scham oder andere Zurückhaltung. Außerdem wird der Therapeut/die Therapeutin über Dein Verhalten nicht urteilen. Das ist nicht die Aufgabe. Hallten wir fest: Änderungen/Verbesserungen können nur erfolgen, wenn Du über die Probleme sprichst, die es zu ändern gilt.

#4. Aufgaben erledigen,die zu erledigen sind
Manchmal wird Dich die Therapeutin/der Therapeut bitten bis zur nächsten Sitzung Aufgaben zu erledigen. Beispielsweise, dass Du Atemübungen oder Yoga machst, oder Deine Schlafgewohnheiten in einer bestimmten Art änderst. Erledige diese Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen. Versuche auch Dir die Zeit einzuräumen, dass Du gleich nach der Erledigung der Aufgabe Notizen dazu machst. Wie Du Dich dabei gefühlt hast und ob diese für Dich hilfreich war. So kannst Du auf der nächsten Sitzung darüber sprechen. Wenn Du weißt, dass Du eine Aufgabe nicht schaffen kannst, aus welchen Gründen auch immer, dann sage das bitte sofort und sage nur zu etwas zu erledigen, wenn Du Dir das auch zutraust. Wenn Du Angst vor Aufgaben hast, dann sprich das offen an, auch wenn Du bestimmte Dinge nicht magst.

#5. Notizen helfen
Schreibe Dir während der Sitzungen die Dinge auf, die für Dich wesentlich sind. Notiere Dir auch außerhalb der Therapie alles, was Dir auffällt, was in Zusammenhang mit Deinen Problemen steht und bei denen Du Schlussfolgerungen oder Selbstbeobachtungen feststellst. Aufgeschriebenes dient zur Dokumentation Deiner geistigen Fortschritte. Es hilft auch dabei, dass Du zu den Gedanken noch weitere Fragestellungen geistig abklopfen kannst.

#6. Frage, was Du wissen willst
Die Kommunikation mit Deiner Therapeutin/Deinem Therapeuten sollte keine Einbahnstraße sein. Die sollte in beide Richtungen gleichermaßen funktionieren. so entsteht auch das notwendige Vertrauen und der gegenseitige Respekt, der für jede Therapie wichtig ist. Die Therapeutin/der Therapeut stellt viele Fragen zu den Ereignissen aus Deiner Vergangenheit und zu aktuellen Gefühlen und Erlebnissen. Stelle Fragen dazu, was in Deinem Themenzusammenhang relevant ist. Beispielsweise in Bezug auf deine Symptome, die Auswirkungen von diesen auf Deine Alltagsbewältigung, und welche Schritte zur Genesung notwendig sind. Beachte bei Deinen Fragen aber die Privatsphäre Deines Gegenübers.

#7. Reflexion nach jeder Sitzung
Während einer Therapiesitzung wird vieles besprochen und viele Eindrücke prasseln auf Dich ein. Mit der Zeit können da bestimmte getroffene Aussagen vergessen werden. Die sind möglicherweise zur Lösungsfindung hilfreich. Nimm dir deswegen nach jeder Therapiesitzung die Zeit und gehe diese geistig nochmals durch. Versuche auch deine Gefühle zu kanalisieren. sammle in der gebotenen ruhe deine Gedanken und sortiere Dich. Sich ergebene offene Fragen schreibe für das nächste mal auf. Erkenntnisse aufzuzeichnen kann ebenso hilfreich sein, festzuhalten. Bereite Dich mit deinen Notizen auf die nächste Sitzung vor, stelle das mit der gebotenen Ruhe rechtzeitig zuvor sicher.


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Über Flo 89 Artikel
Flo ist gebürtiger Münchner und nach wie vor in der Isarmetropole "dahoam". Mit 38 Jahren wurde bei ihm die Diagnose "Bipolare Affektive Störung" gestellt. Als "manisch-depressiver" hat er in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Episoden erlebt, konnte diese jedoch undiagnostiziert und in Unwissenheit der verschiedenen Symptome zum Störungsbild bis zum Tag der "Entdeckung" nie wirklich einer Krankheit zuordnen. Komische Verhaltensweisen konnte er sich daher nicht erklären und verdrängte diese. Der Ahnung, dass was nicht stimmen könnte, wich er im Alltag wegen dieser Unwissenheit somit stets aus. Und so blieb lange Zeit unentdeckt, was längst entdeckt hätte werden sollen. Heute ist Flo in Behandlung und er hat damit die Chance auf ein episoden- und damit symptomfreies Leben. Er ist nicht nur Betroffener, sondern auch Angehöriger. Mehrere Familienmitglieder sind von bipolarer Affektiver Störung betroffen. Die Erfahrungen und das Wissen das er nun im Umgang mit der Krankheit und im Austausch mit anderen Betroffenen erwirbt und erworben hat teilt er nun in diesem Blog. Damit das Wissen um diese Störung in unserer Gesellschaft mehr Zuspruch finden kann. Für die Entstigmatisierung von Betroffenen. Und es soll anderen helfen sich schneller zurecht zu finden. Betroffenen und Angehörigen. Denn je umfangreicher ein Wissen um Bipolare Affektive Störung jeweils ist, desto besser kann gegen Störungsepisoden angegangen bzw. diesen vorgebeugt werden. Von Betroffenen und auch von Angehörigen.

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