5 Symptome der Depression, die man nicht ignorieren sollte

Ob jemand an Depressionen leidet ist nicht immer ganz so einfach zu erkennen. Sowohl bei sich selbst, als auch bei jemanden den man liebt. Nachfolgende Hinweise können Dir helfen festzustellen, wann eine Behandlung hilfreich bzw. erforderlich sein kann.

Jede*r fühlt sich ab und zu ein bisschen schlapp oder down. Traurigkeit, Isolationsgefühl und Rückzug können jedoch so ausarten, dass man es mit einer Menge Symptome mit schwerwiegenden Konsequenzen zu tun hat. Diese können bis hin zum Suizid führen. Depressionssymptome sind dabei leider auf den ersten Blick nicht immer so offensichtlich wie häufiges Weinen und große Verzweiflung. Oft sind die Veränderungen in der Stimmung geringfügigerer Natur, sie schleichen sich langsam ein, und die betroffene Person bemerkt das gar nicht, aber ihre Freund*innen und Angehörigen können es möglicherweise sehen. Es gibt kein typisches Muster. Depressionssymptome können sich bei einigen Menschen langsam steigern, beispielsweise beginnend damit mit Couching daheim zu bleiben, statt mit Freunden auszugehen, bis hin zu den schweren Symptomen, wie Selbstmordgedanken. Oder jemand scheint vollkommen glücklich damit zu sein, innerhalb weniger Tage oder Wochen völlig „heruntergefahren“ zu sein. Die Entwicklung variiert individuell von Person zu Person.

Depressionssymptome sind besonders beunruhigend, wenn jemand mehr als eines zeigt oder die Depression länger als zwei Wochen anhält, wissen Betroffene. Um Dir dabei zu helfen, Depressionen zu erkennen , die Anlass zur Sorge geben, sei es bei Dir selbst oder bei einer nahestehenden Person, findest Du hier fünf Depressionssymptome, die Du nicht ignorieren solltest:

Das sind die 5 Symptome:

1. Schlafstörungen  Trotz Antriebslosigkeit und geringer Schaffenskraft liegen depressive Menschen nachts oft wach und schlafen nicht mehr. Auf der anderen Seite können manche depressive Menschen Schwierigkeiten haben, aus dem Bett zu steigen und schlafen tagsüber sehr lange. Auch unruhiger Schlaf oder ständige Schlafunterbrechungen durch beispielsweise Grübeln sind Alarmzeichen.

2. Reizbarkeit Bei vielen Menschen manifestiert sich Depression in Reizbarkeit und schlägt sich außerdem in Ungeduld nieder. Die Reizbarkeit kann sich in Aggressionen hochschaukeln. Wenn Betroffene aus heiterem Himmel lospoltern oder wütend reagieren, quasi ohne ernsthaften Anlass, dann ist das ein Indiz.

3. Verlust des Interesses an Lieblingsaktivitäten  Manche Menschen wenden sich Hobbys zu, die sie genießen, wenn sie sich schlecht fühlen, aber Menschen mit schweren Depressionen neigen dazu, sie zu meiden. Wenn also beispielsweise eine Person, die gerne Zeit beim Fußball verbringt, dies plötzlich nicht mehr möchte, dann ist das ein Frühwarnzeichen. Familienmenschen gehen beispielsweise dann auf Distanz zu ihren Lieben.

4. Änderung des Appetits, Vernachlässigung der Hygiene Manche Menschen essen zu viel, wenn sie depressiv oder ängstlich sind. Bei Menschen mit schwerer Depression ist das Gegenteil der Fall. Eine depressive Person kann aufhören zu essen, weil sie sich nicht mehr um das körperliche Wohlbefinden kümmert. Die Vernachlässigung der persönlichen Hygiene ist ebenfalls ein Anlass zur Sorge.

5. Aufkommende morbide Gedanken Eine Person, die schwer depressiv ist, kann sich mit dem Tod und anderen morbiden Themen beschäftigen. Zum Beispiel kann er oder sie darüber sprechen, wie Dinge aussehen werden, „nachdem ich gegangen bin“.

Was tun? Wo Hilfe bekommen?

Wenn Du eines dieser schwerwiegenden Depressionssymptome bei Dir selbst oder jemandem bemerkst, die oder den Du liebst, wende Dich an diese*n oder hole Dir oder ihr/ihm Hilfe. Bei den meisten Menschen sind Depressionen, sogar schwere Depressionen, eine Erkrankung die behandelt werden muss. Es gibt eine Vielzahl an Medikamenten und Therapien, die sich als wirksam erwiesen haben.

Konkret kannst Du beispielsweise Folgendes tun:

  • Bewerte den Schweregrad. Wenn Du oder ein*e Angehörige*r in Erwägung ziehst, Dich selbst zu verletzen oder andere morbide Gedanken zu Tage treten, ist eine sofortige Behandlung von entscheidender Bedeutung. Gehe zur nächstgelegenen Notaufnahme oder wende Dich direkt an den Krisendienst Psychiatrie: Telefon: 0180 / 655 3000
  • Schaffe (Dir) eine sichere Umgebung. Wenn die/der Betroffene Selbstmordgedanken ausdrückt, entferne alle potenziell tödlichen Gegenstände wie größere Messer oder Waffen.
  • Besuche eine*n Psychologin/Psychologen. Es muss kein Psychiater/keine Psychiaterin sein – es kann auch ein*e Psychologin/Psychologe oder Therapeut*in sein.
  • Sei freundlich. Depressive Menschen für das Gefühl, schwach oder unmotiviert zu sein, zu beschuldigen oder zu beleidigen, „Faulpelz“, „Pascha“, „Simulant*in“, ist nicht hilfreich und dient in der Regel nur dazu, negative Gefühle, die sie bereits haben, zu verstärken. Suche stattdessen das Gespräch auf Augenhöhe und ermutige die Person, Hilfe zu suchen.
  • Schaue Dir die vorhandenen Hilfsangebote an. Es gibt viele Organisationen, die Online-Hilfen zu Depressionen anbieten. Google einfach nach denen in Deiner Region. Auch Selbsthilfegruppen gibt es in vielen Städten. Die Menschen die darin organisiert sind wissen oft, wo es vor Ort die besten Hilfestellungen gibt.

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Über Flo 76 Artikel
Flo ist gebürtiger Münchner und nach wie vor in der Isarmetropole "dahoam". Mit 38 Jahren wurde bei ihm die Diagnose "Bipolare Affektive Störung" gestellt. Als "manisch-depressiver" hat er in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Episoden erlebt, konnte diese jedoch undiagnostiziert und in Unwissenheit der verschiedenen Symptome zum Störungsbild bis zum Tag der "Entdeckung" nie wirklich einer Krankheit zuordnen. Komische Verhaltensweisen konnte er sich daher nicht erklären und verdrängte diese. Der Ahnung, dass was nicht stimmen könnte, wich er im Alltag wegen dieser Unwissenheit somit stets aus. Und so blieb lange Zeit unentdeckt, was längst entdeckt hätte werden sollen. Heute ist Flo in Behandlung und er hat damit die Chance auf ein episoden- und damit symptomfreies Leben. Er ist nicht nur Betroffener, sondern auch Angehöriger. Mehrere Familienmitglieder sind von bipolarer Affektiver Störung betroffen. Die Erfahrungen und das Wissen das er nun im Umgang mit der Krankheit und im Austausch mit anderen Betroffenen erwirbt und erworben hat teilt er nun in diesem Blog. Damit das Wissen um diese Störung in unserer Gesellschaft mehr Zuspruch finden kann. Für die Entstigmatisierung von Betroffenen. Und es soll anderen helfen sich schneller zurecht zu finden. Betroffenen und Angehörigen. Denn je umfangreicher ein Wissen um Bipolare Affektive Störung jeweils ist, desto besser kann gegen Störungsepisoden angegangen bzw. diesen vorgebeugt werden. Von Betroffenen und auch von Angehörigen.

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